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Krafttraining und Ausdauertraining kombinieren: So funktioniert es richtig

Tina Rölli·1. September 2026 ·3 Minuten Lesezeit
Die kurze Antwort

Kraft- und Ausdauertraining lassen sich sehr gut kombinieren. Entscheidend sind Trainingsziel, Gesamtumfang, Reihenfolge und Regeneration.

Airbike im YUNA Studio in München

Viele Menschen möchten gleichzeitig stärker werden, Muskeln aufbauen und ihre Ausdauer verbessern. Trotzdem hält sich hartnäckig die Sorge, dass sich Kraft- und Ausdauertraining gegenseitig „kaputtmachen". Die wissenschaftliche Antwort ist deutlich differenzierter: Beides kann sinnvoll kombiniert werden. Ein möglicher Interferenzeffekt hängt vor allem davon ab, wie viel Ausdauertraining zusätzlich durchgeführt wird, wie intensiv es ist, welches Trainingslevel man hat, welche Trainingsform gewählt wird und welches Ziel Priorität hat.

Was bedeutet Interferenzeffekt?

Als Interferenzeffekt bezeichnet man die Beobachtung, dass Anpassungen aus Kraft- und Ausdauertraining unter bestimmten Bedingungen miteinander konkurrieren können. Klassische Untersuchungen zeigten vor allem bei sehr hohem Ausdauerumfang Nachteile für Kraft, Explosivkraft oder Muskelaufbau. Neuere Meta-Analysen zeichnen jedoch ein deutlich beruhigenderes Bild: Auf Ebene des gesamten Muskels ist die Hypertrophie durch sogenanntes Concurrent Training häufig ähnlich wie bei reinem Krafttraining. Kleine Nachteile können eher bei bestimmten Faseranpassungen, bei sehr hoher Ausdauerbelastung oder bei gut trainierten Personen auftreten. Das bedeutet: Für die meisten Freizeitsportler ist die Kombination nicht problematisch, solange das Programm sinnvoll geplant ist.

Welche Trainingsform hat Priorität?

Die wichtigste Frage lautet nicht „Kraft oder Ausdauer?", sondern: Was ist dein Hauptziel? Wenn Muskelaufbau und Maximalkraft im Vordergrund stehen, sollte das Krafttraining die höchste Qualität behalten. Harte Laufeinheiten direkt vor einem schweren Beintraining können die Leistung im Krafttraining beeinträchtigen, schon allein durch lokale Ermüdung. Wer dagegen für einen Laufwettkampf trainiert, muss dem Ausdauertraining mehr Raum geben und dies entsprechend priorisieren, heisst aber nicht das Krafttraining komplett wegzulassen.

Kraft und Ausdauer am selben Tag?

Das ist grundsätzlich möglich. Wenn Kraft das Hauptziel ist, bietet es sich meist an, zuerst Kraft zu trainieren und Ausdauer anschliessend locker zu halten. Bei zwei anspruchsvollen Einheiten ist ein zeitlicher Abstand sinnvoll. Praktisch funktionieren getrennte Einheiten an verschiedenen Tageszeiten oder Tagen oft besser, weil die Qualität beider Einheiten höher bleibt. Eine starre Regel wie „mindestens sechs Stunden Abstand" gilt jedoch nicht für jeden. Trainingsstatus, Intensität und individuelle Erholung sind entscheidender als eine einzelne Zahl – es ist also sehr individuell und Kontext abhängig.

Praktische Planung

Ein typisches Beispiel für einen Freizeitsportler mit Fokus auf Kraft und allgemeine Fitness könnte aus drei Krafttrainings und zwei lockeren Ausdauereinheiten pro Woche bestehen. Harte Intervalle würde ich nicht direkt vor das schwerste Beintraining legen. Eine ruhige Zone-2-Einheit kann dagegen oft problemlos ergänzt werden. Wichtig ist ausserdem, die Gesamtbelastung zu betrachten: Schlaf, Energiezufuhr, Stress, Schrittzahl und weitere Sportarten beeinflussen die Erholung genauso wie der Trainingsplan selbst.

Für die Praxis

Du musst dich nicht zwischen stark und ausdauernd entscheiden. Der Körper kann sich an beide Reize anpassen. Problematisch wird es vor allem dann, wenn immer mehr Training addiert wird, ohne Prioritäten zu setzen. Ein sinnvoller Plan steuert Intensität, Volumen und Regeneration so, dass die Einheiten

Fazit

Kraft- und Ausdauertraining sind keine Gegensätze. Für die meisten Menschen ist Concurrent Training eine sehr gute Möglichkeit, gleichzeitig Herz-Kreislauf-Fitness, Kraft und Körperzusammensetzung zu verbessern. Je höher das Leistungsniveau und je spezifischer das Ziel, desto wichtiger wird eine gezielte Planung.

Wenn du Kraft- und Ausdauertraining sinnvoll auf dein persönliches Ziel abstimmen möchtest, lohnt sich ein individueller Trainingsplan und eine sinnvolle Planung die auf dich abgestimmt ist.

Tina Rölli
Coach-Tipp von Tina

Setze zuerst die wichtigsten Kraft- und Ausdauereinheiten in den Kalender und ergänze erst danach optionale Einheiten. So bleibt klar, welche Trainingsreize Priorität haben. Besonders bei schweren Beintagen ist es sinnvoll, die anspruchsvollste Laufeinheit nicht unmittelbar davor zu legen.

Quellen
  • Schumann M et al. Concurrent Strength and Endurance Training: Systematic Review and Meta-Analysis. Sports Medicine, 2023.
  • Lundberg TR et al. The Effects of Concurrent Aerobic and Strength Training on Muscle Fiber Hypertrophy. Sports Medicine, 2022.
  • Petré H et al. Development of Maximal Dynamic Strength During Concurrent Resistance and Endurance Training. Sports Medicine, 2021.
  • American College of Sports Medicine. Resistance Training Prescription for Muscle Function, Hypertrophy, and Physical Performance in Healthy Adults. Medicine & Science in Sports & Exercise, 2026.

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1:1 im privaten Studio in der Maxvorstadt. Alle vier Wochen Zahlen: InBody, Hautfalten, Kraftwerte.

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Tina Rölli
Tina Rölli

Personal Trainerin & Ernährungscoach in München, über sechs Jahre Erfahrung. Trainiert 1:1 im privaten Studio in der Maxvorstadt.